Tipps & Tricks im Automatik-Modus: Autofokus unterstützen mit halb gedrücktem Auslöser

Es hört sich erst mal seltsam an: Wer beim Foto-Aufnehmen den Auslöser in zwei Stufen herunterdrückt, kann so einige wichtige Funktionen aus der Kamera herauskitzeln – und das bei jeder Kamera und auch im Automatik-Modus!

Sie sind der Chef!
AUtomatik-Modus

Ihre Kamera im Automatik-Modus – und schon kann´s losgehen!

Eine Voraussetzung gibt es, bevor Sie mit diesem Trick loslegen können: Stellen Sie Ihre Kamera auf „normale“ Automatik ein. Also kein “Scene-Programm” und keine Smart-, Intelligent- oder sonstige noch schlauere Variante (da gibt es je nach Kamera-Hersteller die fantasievollsten Bezeichnungen). Die Einstellmöglichkeiten dafür finden Sie im Kamera-Menü; vielleicht werfen Sie auch einen Blick ins Handbuch zu Ihrem Modell.

Der Vorteil ist, dass Sie selber Chef im Haus werden: Bei den neuen Spezial-Automatiken bestimmt nämlich sonst die Kamera sehr sehr viel über Ihr Bild. Beim Auslösen leuchtet dann zum Beispiel der kleine Autofokus-Rahmen (dort stellt die Kamera scharf) einmal rechts oben, beim nächsten Motiv links unten auf – Ihre Kamera sucht sich das selbst aus …

Aber was Ihnen wichtig ist und was deswegen scharf abgebildet werden soll, das sollte doch immer noch Ihre Entscheidung sein und nicht die Ihres Werkzeugs! Also Normal-Automatik, dann ist der Fokus-Rahmen brav immer in der Mitte.

So geht’s:
halb auslösen

Immer schön langsam: Mit ein bisschen Training finden Sie den Halb-Auslösepunkt

Normalerweise richten wir die Kamera aufs gewünschte Motiv, zack! abgedrückt, und das Bild ist im Kasten. Jeden Auslöser kann man aber auch in zwei Stufen drücken: Erst einmal halb, Finger so auf dem Knopf lassen und abwarten – und dann erst ganz.
Klar, wenn man das neu ausprobiert, muss man erst mal diesen Druckpunkt suchen und schießt womöglich einige ungewollte Bilder. Außerdem liegt der Punkt bei jeder Kamera ein bisschen anders, da muss man sich ein wenig einspielen – aber mit ein bisschen Training klappt es bestimmt!

Das passiert in der Kamera:
Automatik Vorauswahl

So viele Zutaten und Gewürze für ein Bild – unterstützen Sie Ihre Kamera bei der Auswahl

Während des Auslösens bereitet die Kamera verschiedene Dinge vor. Einerseits stellt sie scharf, der Autofokus tritt in Aktion. Und andererseits misst sie die Belichtung, ermittelt – ohne dass wir davon etwas mitbekommen – selbständig die „richtigen“ Werte für ISO, Zeit und Blende und stellt die ein.

Das dauert natürlich etwas, und daher kommt die so genannte „Auslöseverzögerung“ – mit dem Effekt, dass bewegliche Motive (Menschen, Tiere, Autos, …) manchmal schon aus dem Bild verschwunden sind, bis die Kamera endlich „klick!“ macht.

Der Trick mit dem Halb-Auslösen: die Auslöse-Verzögerung überlisten
Autofokus

Gilt für Spatzen ebenso wie für Katzen: vorher fokussieren bringt´s!

Wenn ich halb auslöse und dann den Finger in dieser Position lasse, ist in der Kamera schon alles vorbereitet fürs Foto-Aufnehmen. Sie ist also sofort startklar, ohne weitere Verzögerung.
Das kann ich nutzen, indem ich auf ein „leeres“ Motiv scharf stelle, abwarte, bis mein Objekt der Begierde ins Bild kommt, und dann auslöse.

  • Zum Beispiel: Ich weiß, dass meine Katze immer auf der Sofalehne entlang balanciert.
    Wenn ich sehe, dass sie Anlauf nimmt, um dorthin hoch zu springen, stelle ich auf die leere Lehne scharf – drücke also den Auslöser halb herunter und warte in dieser Position.
    Und sobald der Stubentiger im Sucher auftaucht, drücke ich ab – ha, erwischt!
Gut zu wissen: So geht der Autofokus mit Kontrast und Entfernung um
Fokussieren

Holen Sie sich die Schärfe im Voraus von der Mittellinie – so sind Sie bereit fürs Foto-Schießen

Der Autofokus funktioniert am besten bei hohen Kontrasten – wenn ich die Kamera auf eine graue Wand richte, findet er nichts, worauf er scharf stellen könnte. Also suche ich mir besser den nebendran gelegenen Türrahmen aus, drücke halb herunter und habe so die Schärfe „im Finger“. Jetzt schwenke ich mit halb gedrücktem Auslöser in die richtige Position.

Und der Autofokus arbeitet „in Scheiben“: Die Kamera stellt ja auf eine bestimmte Entfernung scharf, und alles, was gleich weit weg ist, wird ebenso scharf abgebildet. Ich muss mir also zum Vorab-Scharfstellen etwas aussuchen, was ungefähr genauso weit weg liegt, wie nachher mein eigentliches Motiv.
Wieder gilt: Finger halb gedrückt halten, schwenken  – und den richtigen Zeitpunkt abwarten.

  • AUtofokus unterstützen

    Na, da ist er ja! – Eine Blume am Wegrand in gleicher Entfernung hat zum Scharfstellen gedient

    Zum Beispiel: Die Kamera will bei meinem Katzen-Portrait nicht auf die Sofalehne scharf stellen, weil die einheitlich rot ist.
    Also schnappe ich mir den Rand der Lehne vor der weißen Wand – ah, jetzt funktioniert es.

  • Oder: Ich möchte ein Foto beim Fahrrad-Rennen machen, und die Fahrer sind zu schnell für meine Kamera.
    Ich suche mir deswegen eine Markierung auf der Rennstrecke, die hebt sich gut vom grauen Teer ab, stelle mit Halb-Auslösen scharf und bin bereit.

Mit dem Halb-Auslösern kann man noch viel mehr machen: Ich kann Motive scharf abbilden, auch wenn sie nicht in der Bildmitte liegen. Und ich kann damit sogar die Belichtung beeinflussen …

Mehr dazu, wie das funktioniert und wofür es gut ist, folgt demnächst!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation

Powered by Calculate Your BMI