Analogfotografie Schritt für Schritt: Teil 1 – Film einlegen

Eigentlich alles wie immer …
Analogfotografie - Kameras

Da sitzen sie und warten auf ihren Einsatz …

Sie sind bislang mit Ihrer Digitalkamera losgezogen und möchten jetzt mal “Back to the roots” – also mal ausprobieren, wie sich das mit dem Fotografieren auf “richtigem Film” anfühlt?
Gratulation zu dieser Idee! Denn das macht richtig Spaß!

Auch wenn das analoge Fotografier-Gefühl für viele anders ist: Von den Grundlagen her ist das allermeiste gleich, egal, ob Sie das Bild auf Film oder auf einem Chip aufzeichnen. Sie suchen Ihr Motiv, stellen scharf, wählen Blende und Verschlusszeit, lösen aus … Je nach Fotoapparat-Modell und Ihren Vorlieben eher (halb-)automatisch oder per eigener Einstellung.

Ein paar Unterschiede gibt es aber doch. Und um die soll es hier nach und nach gehen.

Wo kommt der Film rein?
Analogfotografie Film einlegen

Film einlegen ist nicht schwierig

Wer das erste Mal – oder das erste Mal seit langem wieder – eine analoge Kamera in der Hand hält, steht gleich zu Beginn vor einer Frage: Das gute Stück funktioniert mit Film, so viel ist klar. Aber wie kriege ich den Film da richtig rein?

Um den Film einzulegen, legen Sie die Kamera mit dem Objektiv nach unten auf den Schoß und öffnen die Rückseite.

Wie das geht, ist von Modell zu Modell unterschiedlich: Manche Fotoapparate haben einen Entriegelungsknopf an der Seite, bei anderen zieht man die Rückspulkurbel nach oben.

Manchmal kann man auch – zum Beispiel bei der hier gezeigten Kiev 4a – die komplette Rückseite durch Knöpfe am Kameraboden abnehmen.

 

 

Analog fotografieren - Film laden

So kommen Sie ans Innere Ihrer Kamera: Rückwand aufklappen – oder, wie hier, ganz abnehmen

Sollten Sie nicht durch sanftes Ausprobieren herausfinden, wie das bei Ihrer Kamera funktioniert, greifen Sie am besten nach der Bedienungsanleitung.

TIPP: Für so gut wie alle Modelle, auch ganz alte, lassen sich Handbücher im Internet online finden.

Film einlegen

Nach wie vor sind viele Kleinbildkameras im Umlauf, auch der entsprechende Film (der mit meist 36 Aufnahmen im Filmdöschen) ist samt Entwicklung und Abzügen z.B. im nächsten Drogerieladen erhältlich – deswegen hier erst mal die Erklärung für diese Kamera-Sorte. (Die Mittelformat-Anleitung folgt demnächst!)

TIPP: Film reagiert sehr sensibel auf Licht. Suchen Sie sich deswegen beim Film-Einlegen am besten ein schattiges Plätzchen oder drehen Sie sich so, dass Sie selbst Schatten auf die Kamera werfen.

1. Filmdöschen in die Kamera
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Erster Schritt: Auf der einen Seite die Filmdose einsetzen – und Achtung, nicht auf den Verschluss (hier: Lamellen) in der Mitte kommen!

Kameras für Kleinbildfilm haben auf der einen Seite – meist links – eine Aussparung, in die das Filmdöschen genau hineinpasst.
In dieses Fach ragt von oben meist ein Stück Spule hinein. Falls nötig, ziehen Sie diese Spule nach oben (Rückspulknopf an der Kamera-Oberseite), so dass Sie die Filmdose ohne heftiges Drücken einlegen können. Der aus der Dose herausstehende Film sollte dabei nach oben zeigen. Dann Knopf wieder nach unten, vielleicht leicht drehen dabei – und schnapp! Auf der einen Seite sitzt der Film schon mal.
Jetzt ziehen Sie etwa 10 cm Film aus der Dose heraus (dieses Stück wird nachher im Labor abgeschnitten) und führen ihn hinüber bis zur Aufnahmespule auf der anderen Kameraseite.

TIPP: In der Mitte der Kamera liegt der sehr empfindliche “Verschluss”, der später in Sekundenbruchteilen für die Belichtung sorgt. Berühren Sie ihn möglichst nicht, weder mit den Fingern, noch mit dem Filmende.

2. Film in Aufnahmespule
Analog fotografieren - Film einlegen

Zweiter Schritt: Film in die Aufnahmespule einfädeln (hier muss er noch waagerecht ausgerichtet werden)

Bei neueren Analogkameras mit Motor muss man den Film oft nur auf die Spule drauflegen, dann greift nach dem Schließen der Rückwand der “Fangmechanismus” und spult selbständig bis zum “Fotografieranfang” ein.

Für alle anderen:

Die Aufnahmespule hat etliche Schlitze – in einen von ihnen (suchen Sie sich den aus, der am günstigsten liegt) wird das Filmende möglichst weit hineingesteckt.

Analogfotografie - Film einlegen

Im Detail: Der Film steckt in der Aufnahmespule, erste Zähne des Transporträdchens greifen

Jetzt drehen Sie vorsichtig (!) am Filmtransporthebel oder -rad oben über der Aufnahmespule. Die Spule dreht sich mit (in welcher Richtung, hängt vom Kameramodell ab), der Film bleibt hoffentlich drin und wickelt sich langsam auf.
Falls nicht: Nochmal probieren bzw. Film weiter in die Schlitze schieben (manche knicken auch das Ende vom Film, damit es besser in der Spule drin bleibt – das ist Geschmackssache).

TIPP: Damit Sie nochmal mit dem Transporthebel nachspannen können: Einfach auf den Auslöser drücken, dann lässt er sich wieder bewegen.

TIPP: Wenn der Filmtransporthebel ganz durchgezogen ist, NIE zurückschnalzen lassen! Immer bewusst in die Ausgangsposition zurückführen.

3. Flache Sache – Planziehen
Analog fotografieren - Film einlegen

Dritter Schritt: Weiterspulen, bis die Rädchen oben und unten sitzen – später drückt die Kamera-Rückwand den Film zusätzlich an.

Der Film muss waagerecht und ganz flach in der Kamera liegen, sonst bekommen Sie später schiefe Bilder. Deswegen genau gucken und so lange kurbeln, bis er wirklich plan (= ohne Krümmung) ist – Sie können dabei auch mit den Fingern leicht am Filmdöschen-Ausgang “bremsen”.

Damit der Film plan bleibt und gleichmäßig transportiert wird, gibt es vor der Aufnahmespule oben und unten kleine Zahnrad-Rollen, die genau in die “Löcher” des Films greifen. Achten Sie beim Film-Spannen unbedingt darauf, dass diese Zähnchen in der Perforation sitzen!

4. Kamera zu und Vorspulen
Analogfotografie - Film laden

Vierter Schritt: Rückwand wieder drauf, noch zwei-drei “blinde” Vorspann-Bilder gemacht – und dann nichts wie raus!

Der Film ist fertig eingelegt? Prima!
Dann können Sie jetzt die Rückwand schließen – sanft, aber bis zum Einrasten, damit kein Licht mehr durch irgendwelche Ritzen von hinten auf den Film gelangt.

Da ein Stückchen Film ja beim Einlegen schon Licht abbekommen hat und somit unbrauchbar geworden ist, müssen Sie ihn vor dem Losfotografieren noch vorspulen – keine Angst, das hat der Filmhersteller mit einberechnet.
Dazu mach Sie einfach ein paar “blinde” Bilder, sogar der Objektivdeckel kann noch zu bleiben: Kamera aufziehen, auslösen. Kamera aufziehen, auslösen. Und ein drittes Mal, so sind Sie normalerweise auf der sicheren Seite: Kamera aufziehen, auslösen – fertig.

Jetzt ist Ihre Kamera geladen – es kann losgehen!

Analogfotografie Film einlegen - analog fotografieren

Geschafft – und los geht´s!

– Vorschau: In den nächsten Beiträgen geht es unter anderem ums Film-Einlegen bei Mittelformat-Kameras, um den Gebrauch von externen Hand-Belichtungsmessern (nützlich vor allem für den Umgang mit ganz alten Fotoapparaten) – und natürlich auch darum, was es mit all den Anzeigen und Zahlen auf der Kamera oder den Objektiven auf sich hat.
– Fehlt noch etwas? Dann bitte einfach hier posten oder bei mir melden!

– Danke an Ute Schirmack für die Draußen-Fotos vom Filmeinlegen!

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